Das Bienenhotel – ein Betrag zur Biodiversität

Einleitung

Durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die wachsende Industrialisierung hat die Zahl der Bienen stark abgenommen [1]. Das betrifft nicht nur Honigbienen sondern auch die einzeln lebenden Wildbienen, die für die Bestäubung  unserer Nutzpflanzen wichtig sind. In diesem Beitrag soll ein Bienenhotel beschrieben werden, das jeder in seinem Garten aufbauen kann und das Wildbienen Unterkunft und Brutmöglichkeiten bietet.

Der Aufbau des Bienenhotels

Abb. 1 zeigt das Bienenhotel im Bau, das Titelbild das Hotel im Mai 2018, 2 Monate nach seinem Bau.

Bienenhotel im Aufbau
Abb. 1 Das Bienenhotel im Aufbau

Wichtig ist die richtige Wahl der Materialien für die Nistlöcher. Die Materialien müssen diffusionsoffen sein, um einer Pilzbildung vorzubeugen. Geeignete Materialien sind Harthölzer, Schilf, Stroh, Lehm, und Steine. Hölzer, Steine und Lehm müssen ca. 10 cm tief in einem Durchmesser von 6-8 mm angebohrt werden und müssen am Ende geschlossen sein. Die Löcher müssen sehr glatt sein, um Verletzungen der Flügel vorzubeugen. Abb. 2 zeigt einen 130 Jahre alten Eichenriegel, Abb. 3 Schilfstengel.

Eichenriegel für Bienenhotel
Abb. 2 130 Jahre alter Eichenriegel
Schilf für Bienenhotel
Abb. 3 Schilf als Nistplatz

Das Dach soll vor Regen schützen, der Draht verhindert, dass Vögel sich bedienen. Der Standort soll so gewählt sein, dass das Hotel möglichst lange der Sonne ausgesetzt ist.

Käufliche Bienenhotels sind leider häufig ungeeignet, da sie Materialien enthalten, die Feuchtigkeit im Nest halten und so eine Verpilzung der Gelege begünstigen.

Die Betriebserfahrungen

2 Wochen nach dem Bau waren 5 Löcher versiegelt, 2 Monate später ca. 50 Löcher als Nistplatz benutzt. Es sind nun ca. 15 - 20 Bienen am Hotel zu beobachten, die die nicht versiegelten Löcher auch als Schlafplatz benutzen. Zuerst wurden ausschließlich der alte Eichenriegel sowie das Schilf zum Nisten benutzt, später auch vereinzelt die neue Eiche und die Ziegel. Der Lehm wird nur als Unterkunft angenommen, nicht als Nistplatz.

Am Standort ist vorwiegend die Gehörnte Mauerbiene anzutreffen, Abb. 4.

Mauerbiene im Bienenhotel
Abb. 4 Gehörnte Mauerbiene, ca. 14 Tage alt

Weiterführende Informationen finden sich auf den Seiten des BUND [2],[3], [4] und des NABU [5]

 

Quellen:

[1] Beenen, J. et al.: Das unheimliche Bienensterben, Süddeutsche Zeitung Nr. 86,   2018

[2] https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/vielfalt-sorgt-fuer-vielfalt/

[3] http://www.bund-rvso.de/insektenhotel-bauen.html

[4] http://www.bund-lemgo.de/Wildbienen_sch_tzen.html

[5] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13704.html

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